Update aus Gourgou

Die Solaranlage in der Dorfschule von Gourgou läuft nach Plan. Neben der Beleuchtung der Klassenzimmer ist mittlerweile auch die Akku- Ladestation operativ.

Anstelle von umweltschaedigenden und teuren Einwegbatterien fuer Radios oder Taschenlampen können nun fuer eine minimale Gebühr Akkus aufgeladen werden. Die Erträge reichen aus, um das Projekt zu tragen und ohne weitere finanziellen Hilfen fortzuführen.

Zudem ist noch genügend überschüssiger Strom vorhanden, um den von der Gingko Stiftung gespendeten Projektor (“Beamer”) zu betreiben. Damit können erstmalig im Schulunterricht Filme und Videos gezeigt werden, oder Kinofilme fuer die Dorfbewohner.

Die Lagestation fuer Akkus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kunden warten während des Ladevorgangs:

Gourgou leuchtet

Ein Artikel von Katrin Gaensler in der TAZ vom 7.9.2013

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=hi&dig=2013%2F09%2F07%2Fa0185&cHash=c86b665dcc88184498e1b5333c3bcfeb

Felicité Jemboué fährt vorsichtig mit ihrem rechten Zeigefinger über den weißen Lichtschalter. Dann reicht eine winzige Bewegung, und das Klassenzimmer der 13-Jährigen ist hell erleuchtet. Sie strahlt. Es ist noch nicht oft in ihrem Leben passiert, dass sie auf einen solchen Schalter gedrückt hat. Doch es ist nicht der Schalter, der sie so fasziniert, sondern die nackte Glühbirne, die von der Decke baumelt. Denn sie birgt ungeahnte Möglichkeiten für das Dörfchen Gourgou in Burkina Faso.

Strom in der Schule zu haben war bis vor kurzem ein unerfüllbarer Wunsch. In Gourgou gab es kein Licht. Jedes Kind war es gewöhnt, dass höchstens nachts im kleinen Lehmhaus der Eltern eine Taschenlampe brennt. Und dass nur, wenn genügend Geld für die Batterien da ist. Doch oft haben die Billigmodelle aus Asien schon beim Kauf kaum noch Saft. In Burkina Faso ist das keine Ausnahme. Das Land gehört zu den ärmsten auf der Welt. Strom ist etwas, was in ländlichen Regionen Luxus ist. “Wir sind schon froh, wenn wir einen Brunnen haben, der in erreichbarer Nähe ist”, erklärt Naba Koaga, der Dorfchef und damit traditioneller Herrscher von Gourgou ist.

Dabei liegt Gourgou gar nicht weit von der nächsten Stadt Tenkodogo, einem Provinznest mit rund 30.000 Einwohnern, entfernt. Dort gibt es ein paar Hotels, kleine Restaurants, Busbahnhof, Markt, viele sandige Straßen und Strom. Aber bis nach Gourgou sind die Leitungen nie gelegt worden. Auch Pläne dafür gab es nicht. Für Naba Koaga war die Solaranlage auf der Schule deshalb eine hervorragende Idee für die Entwicklung seines Dorfes: “Endlich muss ich nicht mehr in die Stadt fahren, nur um mein Handy aufladen zu lassen”, sagt er und meint damit zugleich: nicht nur die Schüler profitieren, sondern das ganze Dorf. Quasi als Beweis kramt er das alte Nokia-Modell aus der Tasche und zeigt auf den Display: Es ist frisch aufgeladen. Alle Balken sind da. An den Anblick der Solaranlage, die Anfang des Jahres auf dem Schuldach installiert und von der Gingko-Stiftung, die Ingeborg und Udo Behrenwaldt vor elf Jahren gegründet haben, finanziert wurde, schaut niemand mehr. Dafür macht sich Schulleiter Yacouba Soraho jede Menge Gedanken darüber, was mit dem Strom alles gemacht werden kann. Er sitzt in seinem kleinen, schlauchförmigen Zimmer. In den Regalen stapeln sich Aktenordner. Neben dem Schreibtisch hat er einen alten CD-Spieler aufgebaut. Vor ihm liegen ein paar DVDs, die es überall auf den Märkten gibt. Raubkopien von Filmen aus Indien oder Nigeria. Das altersschwach wirkende Gerät ist für ihn der Weg zu moderneren Unterrichtsmethoden. “Jetzt können wir den Schülern sogar Musik vorspielen”, sagt er und fängt an zu träumen: Mit dem Strom könnten vielleicht sogar Laptops zum Einsatz kommen. Irgendwann unterbricht er sich und sagt: “Im Moment haben wir Lehrer ja selbst noch nicht einmal Laptops.”

Für ein realistischeres Projekt hat er sich vorsorglich schon einmal die DVDs gekauft. Yacouba Soraho möchte Filmabende anbieten. Natürlich sei das kein ganz großes Kino wie in der Stadt mit einer riesigen Leinwand, aber für ein Dorf wie Gourgou durchaus ein Ereignis. Bânse Abel kommt in das Zimmer des Schulleiters. Die beiden Männer haben sich schon früher regelmäßig zu Gesprächen getroffen. Abel ist schließlich Elternvertreter und hat mehrere Kinder an der Schule. Doch nun ist er noch häufiger an der Schule. Denn im Schulleiter-Zimmer steht nun eine Ladestation für Handys. Noch ist das Aufladen kostenlos. Doch die Schule überlegt, künftig eine Art Stromkiosk einzuführen. Für umgerechnet ein paar Cent könnten Familien ein monatliches Abo abschließen und regelmäßig Handys aufladen und auch die großen Akkus für die Taschenlampen zu Hause auswechseln. Die Ladegeräte dafür sind bereits vorhanden. Positiver Nebeneffekt: Damit würden auch die unzähligen Einwegbatterien wegfallen, die niemand fachgerecht entsorgen kann.

Bânse Abel hält das für eine gute Idee. Wenn er erzählt, entschuldigt er sich ein paar Mal. Er spricht Mossi, die am häufigsten gesprochene Sprache in Burkina Faso, und für ihn muss immer jemand übersetzen. Aber er würde gerne Französisch lernen, und dafür ist seiner Meinung nach nun der richtige Zeitpunkt gekommen: “Jetzt können wir Abendkurse für Erwachsene anbieten. Licht haben wir ja.” Abends würde auch Felicité Jemboué gerne lernen. Sie steht mit ein paar Mitschülern unter dem großen Baum, der mitten auf dem Schulhof steht. “Vielleicht werden wir irgendwann einmal auch zu Hause Strom haben”, hofft sie, “dann könnte ich sogar abends Hausaufgaben machen.

“Jetzt können wir den Schülern sogar Musik vorspielen”

YACOUBA SORAHO, SCHULDIREKTOR

Veranstaltung: Solarenergie für Hofheims Partnerstadt in Burkina Faso

Der Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo berichtet:

http://freundeskreis-hofheim-tenkodogo.de/aktuelles-termine/aktuelle-nachrichten/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=33&cHash=39c9a62da6fe4a194de287309e93d444

Vortragsveranstaltung: Elektrizität für Gourgou/Tenkodogo Der Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo berichtet am 23.9., 19.30 Uhr, über Solarenergie für Partnerstadt in Burkina Faso

Wind und Solarenergie eignen sich bestens zur Energiegewinnung für Afrika, so auch in Burkina Faso. Die Hofheimer Gingko-Stiftung spendete Solarpaneele für die Schule in Gourgou, einem der 82 Dörfer, die zu Tenkodogo gehören. Schüler lernen dort Solarlampen zu bauen. Im Herbst des Jahres wird eine Akkuladestation eingerichtet werden.

Wieder aufladbare Akkus sollen Einwegbatterien ersetzen, die in dem Dorf täglich hundertfach für Licht, Handy und Radio-Empfang verwendet werden. Einmal leer landen sie als Umwelt und Menschen gefährdender Müll in der Landschaft.

Der Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo lädt zu einer Öffentlichen Mitgliederversammlung ein. Dort wird der Solarexperte Arwed Milz berichten. Er hat die Schüler der Schule von Gourgou unterrichtet, wie sie Solarlampen mit einfachsten Mitteln bauen können. Gleichzeitig hat er den Bau der Solaranlage vor Ort begleitet. Er berichtet über die Erfahrungen mit dem Projekt der Gingko-Stiftung in Tenkodogo wie auch in anderen Ländern Westafrikas.

Die öffentliche Vortragsveranstaltung, die Teil des Programms der Fairen Woche in Hofheim ist, findet statt

am kommenden Montag, den 23. September 2013,
um 19.30 Uhr,
im Rathaus-Anbau, Raum 1,
in Hofheim, Chinonplatz 4.

Auch Nichtmitglieder des Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo sind herzlich willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Es brennt….

Die Grundschule von Gourgou, ausserhalb der Stadt Tenkodogo in Burkina Faso, wird von 460 Schülern besucht. Leider hat die Schule nur sechs Klassenzimmer. Der Unterricht wird deshalb manchmal nach draussen verlegt.

Doch nun, seit Anfang des Jahres, brennt es in der Schule von Gourgou… um genauer zu sein, ist es das Licht was brennt. Im Januar wurden die zwei von der Gingko-Foundation spendierten Solarmodule installiert und liefern nun über LED Lampen des Typs “Kalebasse” Licht fuer zwei Klassenräume. Durchgeführt wurde das Unterfangen vor Ort von Arwed Milz vom Verein Lernen-Helfen-Leben e.V., fuer dessen Engagement und Enthusiasmus wir unser bei dieser Gelegenheit herzlich bedanken möchten.

oben: zwei Solarmodule vom Typ RISEN SYP240 werden auf einem Gestell auf dem Schuldach montiert.

unten: das beleuchtete Klassenzimmer mit den stromsparenden Lampen des Typs Kalebasse.

Der Solarstrom wird in Akkus gespeichert uns steht somit auch nach Sonnenuntergang zur Verfügung. Die Klassenzimmer können nun auch Abends genutzt werden. Zum Beispiel auch zur Ausbildung oder Fortbildung der Erwachsenen.

Oben: der Lichtschalter ist etwas ganz Neues im Klassenzimmer

Unten: Kinder beim Unterricht

Aber es steht darüber hinaus noch genügend Strom zur Verfügung. Dieser steht fuer das Aufladen von Handies or Akkus fuer Radios etc. verwendet, welche derzeit mit umweltschädlichen Einwegbatterien betrieben werden. Der Aufladeservice ist im Moment noch kostenlos. Demnächst, aber soll dafür eine minimale Gebühr verlangt werden. Die Menschen im Dorf Gourgou könnten auf diese Weise ihre elektronischen Geräte günstiger betreiben und zwar ohne Wegwerfbatterien, sondern mit kleinen Akkus. Die Gingko Stiftung möchte auch dieses Projekt “anstiften” zB durch die Spende von einer ersten Anzahl von Akkus.

Unten: das Aufladegeraet fuer Akkus. Ein Korb voller Einwegbatterien.

 

 

Licht fuer Gourgou – Die Idee

Das Ziel der Gingko-Foundation ist es “anzustiften”. Wir möchten anspornen und Projekte unterstützen, die dann ein Eigenleben entwickeln und von den Betroffenden vor Ort weitergeführt werden. Neben Projekten im Bereich Bildung und Kultur, haben wir beschlossen, auch im Bereich Umweltschutz und technischer Unterstützung aktiv zu werden. Besonders spannend finden wir das Thema “Solarenergie”. Welche Möglichkeiten eröffnet der erstmalige Zugang zu Strom der ländlichen Bevölkerung in Entwicklungsländern? Das möchten wir erforschen.

Sehr hilfreich war die Zusammenarbeit mit dem “Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo”, welcher mehrere Projekte in Hofheims Partnerstadt in Bukina-Faso in Afrika initiiert hat.

Die Idee:

Wir installieren Solarmodule auf dem Dach der Dorfschule in Gourgou/Tenkodogo. Auf diese Weise können die Klassenzimmer mit Licht ausgestattet werden. Die Klassenzimmer können dadurch länger genutzt werden. Desweiteren kann die gespeicherte Energie zum Aufladen von Akkus verwendet werden, welche die Einwegbatterien ersetzen sollen. Dieser Service kann zum Beispiel einen kleinen Umsatz generieren, der die Wartung der Solaranlage abdeckt und somit den Service dauerhaft im Dorf zur Verfügung stellt.