Das Kita Bilingual Logbuch

 

Logbuch -1- 
Die Vorbereitungen
Der KindergartenIm Spätherbst 2005 nahm Nicola Treyde (Beirat Gingko Foundation) Kontakt zu verschiedenen Kindergärten in Düsseldorf auf, um sie für das Projekt zu gewinnen. Wichtig war ihr, bei der Entwicklung eingebunden zu sein, und über eine Finanzierung hinaus die Umsetzung aktiv mitzugestalten.Mit der evangelischen Kindertagsstätte am Diezelweg 30c in Düsseldorf Unterrath und ihrer Leiterin Ulrike Ohldag wurde schnell eine Institution gefunden, die bereit war, sich auf das Abenteuer Englisch einzulassen. Pfarrer Bodo Kaiser signalisierte von Trägerseite her Engagement und Unterstützung. Die evangelische Kindertagesstätte, die 2005 bereits vom Landessportbund als Bewegungskindergarten ausgezeichnet wurde, möchte mit diesem bilingualen Angebot ihr Profil schärfen.

Informationen sammeln und Netzwerke bilden

Im Frühjahr 2006 fanden verschiedene Treffen zum Ausbau eines Netzwerkes statt, eingebunden wurde auch Ingrid Pickel vom evangelischen Kindergartenbüro Düsseldorf. Von Anfang an sollte Kontakt zu anderen Institutionen hergestellt werden, die ähnliches bereits realisiert haben oder verwirklichen wollen, um Erfahrungen auszutauschen.

Beratung durch BEO e.V.

Mit Dirk Sachsinger, Vorstand des Vereins BEO e.V. (Bilingual Education for our Kids) konnte ein Ansprechpartner für praktische Fragen in der Vorbereitungsphase gewonnen werden.

Wie funktioniert es woanders? Hospitanz in Krefeld

Ulrike Ohldag und eine Erzieherin hospitierten einen Vormittag in einer Kindertagesstätte in Krefeld, wo eine englische Muttersprachlerin arbeitet. Dies erwies sich als hilfreich in der Entscheidungsfindung, wie das Modell für den Diezelweg funktionieren kann.

Die Suche nach der muttersprachlichen Erzieherin

Zentrales Thema im Frühjahr 2006 war die Suche nach der geeigneten muttersprachlichen Erzieherin. Auf die Stellenausschreibungen in regionalen Tageszeitungen und im Internet gab es geringe Resonanz, vier geeignete Bewerberinnen hospitierten in der Kindertagesstätte, damit alle Mitarbeiterinnen sich ein Bild davon machen konnten, ob und wie sie zum Team passt. Darunter war auch Jean Ochs, die seit Jahren Englischkurse in Kindergärten anbietet. Bei ihr stimmte die Chemie.

Es wird konkret

Mit der Zusage von Jean Ochs im Frühsommer 2006 rückte der Beginn des Projekts in greifbare Nähe. Der Start wurde für den 1. September vereinbart, mit Beginn des neuen Kindergartenjahres.

Austausch mit anderen Institutionen

Einig war man sich, dass von Anfang an Kontakt zu anderen Institutionen hergestellt werden soll, die ähnliches bereits realisiert haben oder verwirklichen wollen, um Erfahrungen auszutauschen. Frau Ohldag berichtete von der Kindertagesstätte der Diakonie in Düsseldorf Kaiserswerth, die 2007 ebenfalls mit einem Immersionsprojekt starten möchte. Die Leiterin Gabriele Walden wurde zum Elternabend in der folgenden Woche eingeladen.

Überlegungen im Vorfeld

In Gruppe 1 gibt es ein türkisches Kind, für welches der Besuch der Kita bereits die Verwirklichung des Immersionsgedankens ist- und zwar hinsichtlich der deutschen Sprache. Es wurde diskutiert, ob dieses Kind, das Englisch dann als dritte Sprache kennenlernt, überfordert sein könnte. Dirk Sachsinger erläuterte, dass Kinder mit ähnlichen Voraussetzungen in bisherigen Projekten oft Selbstvertrauen gewinnen konnten.

Informationsabend für die Eltern im Juni 2006

Ende Juni gab es einen Informationsabend für die Eltern. Dirk Sachsinger hielt einen anschaulichen Vortrag über Immersion, Ulrike Ohldag erklärte den Eltern die geplante Umsetzung am Diezelweg, und Jean Ochs stellte sich vor.

Was ist für den Diezelweg geplant?

Jean Ochs arbeitet in Gruppe1, da in dieser Gruppe nach dem Sommer die meisten neuen Kinder aufgenommen werden. Sie ist jeden Vormittag ca. vier Stunden in der Gruppe, außerdem nimmt sie regelmäßig an den Teamsitzungen der Erzieherinnen teil, um in die Arbeitsabläufe der Kita integriert zu sein. Die Kinder aus den anderen Gruppen werden ebenfalls von dem Angebot profitieren, da Jean Ochs auch bei gruppenübergreifenden Aktivitäten wie z.B. Spielen im Außengelände oder beim Waldtag präsent sein wird. Auf diese Weise werden alle Kinder im Diezelweg mehr Kontakt zur englischen Sprache haben, als Kinder, die einen Regelkindergarten besuchen.

Fragen der Eltern

Bei der anschließenden Diskussion wurde gefragt, ob der Kindergartenalltag genau wie vorher weiter läuft, was Frau Ohldag ausdrücklich bejahte. Eine Mutter äußerte die Befürchtung, dass die Kinder, die viel im Freispiel mit sich beschäftigt wären, kaum Kontakt zu Frau Ochs aufnehmen und so auch nicht in Kontakt mit der englischen Sprache kämen. Ulrike Ohldag und Jean Ochs berichteten den Eltern, dass ihrer Erfahrung nach die Kinder grundsätzlich neugierig seien, und dass der abwechslungsreich gegliederte Kindergartenalltag, mit Zeiten für Freispiel und für angeleitete Aktivitäten, zahlreiche Anlässe zur gegenseitigen Kontaktaufnahme biete. Unterstrichen wurde aber auch, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handelt, und es nicht darum geht, Unterricht zu verordnen. Es wird sicherlich Kinder geben, die eine stärkere persönliche Beziehung zu Frau Ochs aufbauen, als andere.

Weitere Muttersprachlerinnen für Gruppe 2 und 3?

Einige Eltern äußerten sich sehr überzeugt vom Konzept der Immersion und fragten, ob auch zusätzliche Kräfte für die anderen beiden Gruppen engagiert werden könnten. Da die Stiftung als Pilotprojekt ihr Engagement vorerst auf die Finanzierung einer Stelle für eine Gruppe beschränkt, warb Pfarrer Kaiser um Eigeninitiative und verwies auf die Möglichkeit, Sponsoren zu suchen. Er und Ulrike Ohldag würden eine Ausweitung des Projekts auf die beiden anderen Gruppen begrüßen. Pro weitere Halbtagsstelle belaufen sich die Kosten auf ungefähr €20.000 bis €30.000 im Jahr

Logbuch -2- 
Gelungener Start a) Der erste Tag
Freitag, der 1. September 2006. 8:30 Uhr. Der erste Arbeitstag in der Kita. Wie werden die Kinder reagieren? Wie wird das klappen, dass Jean Ochs nur Englisch spricht? Wie wird die Kommunikation mit den Kolleginnen und den Eltern laufen? Wird es Missverständnisse geben? Werden die Kinder sich offen und unbefangen auf die englische Sprache einlassen?Der fünfjährige Jussuf-Can geht als erster auf Mrs Ochs zu. Der türkische Junge findet es wenig befremdlich, dass jemand eine Sprache spricht, die er nicht kennt. Vielleicht erinnert es ihn an seine ersten Tage im Kindergarten, als er kein Wort Deutsch sprach.Vorbereitung der Kinder

Am Tag zuvor haben die Erzieherinnen den Kindern erzählt, dass ab heute Mrs Ochs in der Gruppe sein wird, dass sie aus England kommt und nur Englisch sprechen wird, damit die Kinder diese Sprache kennen lernen können. Allerdings auch, dass sie Deutsch gut versteht, und die Kinder sie deshalb einfach ansprechen können.

Einige ältere Kinder haben bereits erste Kontakte zur englischen Sprache gehabt, durch einen Nachmittagskurs, der im vorangegangenen Jahr im Kindergarten als zusätzliches, von den Eltern finanziertes Angebot stattgefunden hatte.

Schnell dabei und mittendrin

Jean Ochs ist schnell mittendrin. Sie setzt sich in die Bauecke, hört den Kindern zu und greift das, was die Kinder ihr auf Deutsch sagen auf und wiederholt es auf Englisch. Kind: „Ich nehm jetzt den roten“. Mrs Ochs: „Ah, you take the red one now“.

Beim Aufräumen lässt sich Jean Ochs von den Kindern zeigen, wo das Spielzeug seinen Platz hat. Ochs: „Shall we put it here?“ (= Sollen wir das hierhin legen?). Dabei zeigt sie auf einen Platz im Regal. Kind: „Nein, das gehört da unten hin“. Jean Ochs“ Ah, it belongs down here!“ Dabei legt sie das Spiel ins unterste Fach.

Am ersten Tag sind es überwiegend die vier- und fünfjährigen Kinder, die aktiv den Kontakt zu ihr suchen, sie ansprechen, ihr Bilder malen oder mitgebrachte Steine zeigen. Beim Spielen im Außengelände schallt es aus verschiedenen Ecken „Guck mal Mrs Ochs“, und Mrs Ochs bewundert unermüdlich die Kletterkünste der Kinder: “Oh, very good! Well done! Be careful! Good girl!“

Sieben Kinder hocken auf der Vogelnestschaukel „Mrs Ochs, kannst Du uns anschubsen?“ „ Oh yes of course I can push you.“ Beim Schaukeln zählt Mrs Ochs „one, two, three“ und einige Kinder stimmen bereits mit ein. Auch Kinder aus den anderen Gruppen sind mit dabei.

Die Kinder suchen den Kontakt

Jean Ochs deckt mit Luna (5) und Stina (5) den Tisch fürs Mittagessen. Dabei erklären ihr die beiden Mädchen genau, wo alles hingehört, und was auf den selbst gestalteten Tischsets zu sehen ist. Jean Ochs lässt sich alles zeigen, und erklärt auf Englisch was sie sieht. Einzelne Worte werden von Stina wiederholt. „Ich will Englisch lernen“ sagt die Fünfjährige und fragt „Kommst Du noch mal wieder?“. „Yes“ sagt Mrs Ochs“ „Wann?“ fragt Stina. „On Monday“. „ Monaday“ wiederholen beide Mädchen, und es ist ihren Gesichtern anzusehen, dass sie sich darunter wenig vorstellen können. Auch der Versuch von Jean Ochs, es ihnen anhand eines Kalenders zu erklären, kommt nicht wirklich an; aber dass sie überhaupt wieder kommt, haben die beiden verstanden und sind vorerst damit zufrieden.

Head and Shoulders, Knees and Toes

Im Wochenabschlusskreis mit allen Kindern und Erzieherinnen auf dem Hof stellt Ulrike Ohldag Frau Ochs noch einmal allen Kindern vor. Gemeinsam singt der ganze Kindergarten dann unter ihrer Anleitung das Lied „Head and shoulders, knees and toes“. Auf Kopf, Schultern, Knie und Zehen wird beim jeweiligen Wort gezeigt, in dem folgenden Strophen wird das Tempo erhöht und jeweils ein Wort mehr ausgelassen. Dieser englische Kinderlied-Klassiker brachte alle außer Atmen, die Kinder jauchzten vor Freude und auch den Erzieherinnen konnte man den Spaß an der Sache ansehen.

„Wann kommst Du wieder, Mrs Ochs?“ Gegen Ende dieses ersten Vormittags bestürmen einige Kinder sie regelrecht. Jean Ochs selbst, die Kolleginnen und die Kinder waren sich einig: ein gelungener Start in ein spannendes Abenteuer!

Logbuch -3- 
Gelungener Start b) Die erste Woche
Nach einigen Tagen hat sich Jean Ochs gut eingelebt.Erste ErfolgeDie vierjährige Jana bittet Jean Ochs, mit ihr Memory zu spielen. Die Spielkärtchen zeigen Tiermotive. Jana ist hocherfreut, dass sie alle drei Partien gewinnt. Bei jedem aufgedeckten Tiermotiv sagt Jean Ochs den englischen Begriff. Beim zweiten Durchgang wiederholt Jana bereits einige englische Ausdrücke, („pigeon, lion, squirrel, zebra“) beim dritten noch einige mehr.

„Would you like to have breakfast now, Jana?“ fragt Mrs Ochs sie anschließend, und deutet dabei auf den Frühstückstisch. „Nein, ich hab schon gefrühstückt“, kommt die prompte Antwort. Die Kommunikation funktioniert in solchen Fällen bereits ohne Probleme, die spannende Frage ist nun, wann die ersten Kinder selbst englische Worte oder Floskeln aktiv gebrauchen.

Am Maltisch

Fünf Jungen malen mit Buntstiften Piratenschiffe. Alle Schiffe haben unzählige Kanonen. Jean Ochs sitzt mit am Tisch, zählt die Kanonen, („twentythree cannons, wow!“) und lässt sich die Elemente der Bilder erklären „What’s this?“ Justin: “Ein Segel“ „Ah, a sail“.

Englisch oder Deutsch?

Ursprünglich hatten die drei Erzieherinnen vorgehabt, Englisch mit Jean Ochs zu sprechen, um den Kindern ein Vorbild zu sein. In den ersten Tagen hat sich allerdings schnell gezeigt, dass dies oft zu mühsam war und dass die Kommunikation dann zu stockend in Schwung kam. Deshalb sprechen nun auch die Erzieherinnen Jean Ochs auf Deutsch an, diese antwortet aber stets auf Englisch. Außerdem verwenden die Erzieherinnen weiterhin englische Standardformulierungen wie „Good Morning“, „Thank You“ oder „Sorry“.

Jean Ochs spricht vor den Kindern konsequent ausschließlich Englisch. Wenn sie mit ihren Kolleginnen oder den Eltern etwas besprechen will, wozu die Englischkenntnisse des Gegenübers nicht ausreichen, dann zieht sie sich mit ihrem Gesprächspartner in einen anderen Raum zurück.

Eingewöhnungsphase

Die ersten Wochen sind für Jean Ochs, die Kolleginnen, Kinder und Eltern als Eingewöhnungsphase zum Kennenlernen gedacht. Im folgenden sind dann auch spezielle Projekte (beispielsweise eine feste Storytime mit dem Vorlesen englischer Kinderbücher) angedacht.

 

Logbuch -4- 
Stand nach drei Wochen
Ein Dienstagvormittag, gut drei Wochen ist Jean Ochs nun in der Kita.
Am Tag zuvor hatte eine Erzieherin beim Mittagessen ein Kind aufgefordert, doch bitte sein Besteck richtig auf den Teller zu legen. Das Kind legt Messer und Gabel ordentlich nebeneinander, worauf der fünfjährige Jussuf-Can sagt: „Good boy!“ und dabei genau den Tonfall annimmt, mit dem Jean Ochs die Kinder lobt. Das erste Mal, dass ein Kind aktiv und von sich aus einen passenden englischen Ausdruck verwendet.AngekommenAnkommen, eingewöhnen und vor allem das Kennenlernen der Kinder stehen für Jean Ochs in diesen Wochen im Vordergrund. Sie ist froh über diese Möglichkeit die Kinder mit ihren individuellen Charakteren kennen zu lernen, und sich mit allen Abläufen und Interna des Kindergartens vertraut zu machen.

„Mittlerweile wird sie genauso wie die anderen Erzieherinnen von den Kindern akzeptiert, sie kommen zu ihr, um sich trösten zu lassen, und die Allerkleinsten lassen sich von ihr die Windeln wechseln. Für die vielen selbst gemalten Bilder, die sie mittlerweile von den Kindern geschenkt bekommen hat, hat sie sich zu Hause schon eine Mappe angelegt. Als ein Kind sich weh getan hat, schallt es laut über den Hof: „Mrs Ochs, kannst du mal kommen?!“

Deutschkenntnisse von Jean Ochs zentral

Jean Ochs betont, wie wichtig es für dieses Projekt ist, dass sie selbst sehr gut Deutsch spricht. Nur weil die Kinder merken, dass sie sie hundertprozentig versteht, fassen sie auch Vertrauen zu ihr. Wie an den ersten Tagen spielt Jean Ochs weiterhin mit den Kindern in der Bauecke oder am Maltisch. Im Stuhlkreis spielt sie ebenfalls eine wichtige Rolle: In Vorbereitung des Erntedank-Gottesdienstes haben die Kinder zusammen mit den Erzieherinnen verschiedene Früchte besprochen und benannt- auf Deutsch und auf Englisch.

Konsequent nur Englisch

Jean Ochs berichtet, dass es bisher zwei Gelegenheiten gab, bei denen es ihr richtig schwer gefallen ist nicht Deutsch zu sprechen. Beide Male ging es darum, dass sie sich Respekt verschaffen musste, und dass es auf Deutsch wesentlich leichter gewesen wäre, ein klares Wort zu sprechen. Trotzdem spricht sie in Gegenwart der Kinder konsequent nur Englisch.

Unterschiede im Alter

Je nach Alter und Typ gehen die Kinder unterschiedlich mit der englischen Sprache um. Bei den dreijährigen Kindern, die größtenteils gemeinsam mit Jean Ochs im Kindergarten angefangen haben, ist der Zugang zum Englischen noch unmittelbarer, als bei den größeren Kindern. Zum Beispiel fragen die Vorschulkinder sie schon mal nach Übersetzungen: „Was heißt Pferd auf Englisch?“, ihnen ist also das Konzept von Mehrsprachigkeit schon jetzt bewusst.

Sprache im Raum

Die Erzieherin Frau Küpper beschreibt, wie die Präsenz von Jean Ochs im Gruppenraum nicht nur auf die Kinder wirkt, mit denen sie gerade direkt kommuniziert, sondern dass alle im Raum Anwesenden davon profitieren, dass im Raum Englisch gesprochen wird. Die Sprachmelodie wird so auch für die Erzieherinnen immer vertrauter, eben weil sie sie immer wieder wahrnehmen, auch scheinbar nebenher

My CalendarAn einer Wand neben der Tür hängt ein Wechselkalender aus Stoff. Jeden Morgen verstellt Jean Ochs mit einigen Kindern das Datum, den Wochentag, schaut nach dem Wetter und der Jahreszeit.Einzelne WorteManchmal flechten die Kinder einzelne englische Worte in den Satz ein, wenn sie mit Mrs Ochs sprechen: „Kannst Du please meine Mandarine schälen?“

Doppeldeutig

Beim Kartenspiel sagt Mrs Ochs zu einem Mädchen, das mit ihr spielt: “Put them on the bottom of your pile!“ (Leg sie unter deinen Stapel). Caroline lacht bei dem Wort bottom, zeigt verschmitzt auf ihren Po und will wissen, ob sie sich auf die Karten setzen soll.

 

Logbuch -11-

Nach einem halben JahrKleingruppenarbeitIn Ergänzung zum täglichen Sprachbad wird das Englische nun in Kleingruppenarbeit intensiviert. Jeden Montag nimmt Jean Ochs eine Gruppe der jüngeren Kinder und jeden Freitag die älteren Kinder mit in einen Nebenraum und bietet diesen gezielt einzelne Projekte an. Passend zur Jahreszeit heißt das erste Thema:
Pancake DayIn Großbritannien wird am Karnevalsdienstag landauf landab Pfannkuchen gebacken – und dazu gibt es einen passenden Reim, der von entsprechenden Gesten begleitet wird:Mix the pancake
Stir the pancake
Pop it in a pan
Fry the pancake
Toss the pancake
Catch it if you canZur Einstimmung in das Thema zeigt Jean Ochs den Kindern einen kurzen Videofilm, in dem eine britische Mutter mit ihren Kindern im Supermarkt die Zutaten einkauft und später zu Hause Pfannkuchen bäckt.

Anschließend werden die Begriffe intensiviert- dazu hat Jean Ochs in einem großen Korb alle notwendigen Zutaten mitgebracht. Bei der Betrachtung der Mehltüte (flour) fällt einem Mädchen auf, dass flower doch eigentlich Blume heißt – die englischen Begriffe für Blume und Mehl werden zwar unterschiedlich geschrieben, klingen aber gleich. Verzehrt wird der Pfannekuchen im Vereinigten Königreich übrigens mit Lemon und Syrup (Zitronensaft und Sirup).

Ein Mädchen erklärt den anderen, wie sie sich englische Worte merkt: „Lemon; da denk ich dann an Lämmer, und cinammon (Zimt) klingt doch wie Zimmermann.“

Beim nächsten Mal wird dann gebacken…. Und wer Lust hat, ebenfalls zur Pfanne zu greifen, findet unter http://www.bbc.co.uk entsprechende Rezepte.

 

Logbuch -12-


Nach einem Jahr
Dass Jean Ochs seit einem Jahr am Diezelweg arbeitet sieht der Besucher. An den Türen steht nicht mehr nur Kindertoilette oder Zu den Gruppen zwei und drei, sondern zusätzlich auch Childrens toilets und To groups two and three. Auch die dem kühlen Spätsommer geschuldete Bitte an die Eltern Taschentücher mitzubringen ist zweisprachig verfasst: „Dear parents, we need tissues, please!“In Gruppe 1, wo Jean Ochs die meiste Zeit verbringt, findet der folgende kleine Dialog statt:Tarek fragt Mrs Ochs: „Wo ist Tammo?“
Mrs Ochs sagt zu ihm: „Tammo is not here today. He is on holiday.”
Tarek wendet sich zu Frau Melde und berichtet: “Tammo ist nicht da, weil er in Ferien ist.”
 Ausweitung des ProjektsEin Jahr arbeitet Jean Ochs mittlerweile als muttersprachliche Ergänzungskraft in der Kita Diezelweg. Im letzten Jahr hatte sie eine Stelle mit 19,5 Wochenstunden, verteilt auf fünf Vormittage. Seit Anfang August, mit Beginn des neuen Kindergartenjahres ist sie 30 Wochenstunden in der Kita: Montags und Dienstags den ganzen Tag bis 17:00 Uhr und die restliche Woche Vormittags wie gehabt.Nach intensiven Diskussionen hat sich das Team entschlossen, das Englische zu intensivieren, und zusätzlich zum Sprachbad im Alltag den Kindern das Englische in Form von Kleingruppenarbeit anzubieten. Die Erfahrung des letzten halben Jahres hat gezeigt, dass die Kleingruppenarbeit wie beim Pancake Day an den Vormittagen neben anderen Aktionen wie Turnen, Waldtag oder Vorschulkindergruppe nicht regelmäßig stattfinden konnte.

Englisch intensiv in der Kleingruppe am Nachmittag

Nun wurden feste Gruppen von sechs bis acht Kindern gebildet, die zu einem bestimmten Zeitpunkt mit Jean Ochs zur „English Time“ gehen. Hier geht es eine halbe bis dreiviertel Stunde geballt und kompakt auf „English“ zu. Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit Englischkursen für die Alterstufe gelingt es Jean Ochs eine mitreißende, witzige und abwechslungsreiche Zeitspanne zu gestalten, in der die Kinder aktiv mitmachen.

Lied Spiel, Bewegung und Spaß

Der Methodenmix setzt auf Abwechslung und für die Kinder vertraute Elemente, die in jeder Woche wiederkehren, beispielsweise das gemeinsame Ausbreiten der storymat, einem Tuch auf dem sich alle zum Bilderbuchvorlesen niederlassen. Immer wieder werden die Kinder zum Sprechen aufgefordert, zum Beispiel durch Angelo, eine Handpuppe, mit der Jean Ochs gekonnt humorvolle Zwiegespräche führt, da er sich die Namen der Kinder partout nicht merken kann „What’s your name, please?“ fragt er immer wieder und stellt dann merkwürdige Vermutungen an. Das „My name is Amelie“ von dem angesprochenen Mädchen kommt wie aus der Pistole geschossen.

Komödiantische Einlage

Die Kinder lachen sich kringelig, als Jean Ochs die Puppe Laureen bittet, sich hinzusetzen, während sie etwas aus ihrem Korb holen möchte. Die Puppe fällt immer wieder auf den Rücken, und Jean Ochs tut empört: „No, you sit down, and I’ll get something out of my basket“. Laureen braucht einige Anläufe, bis sie sitzen bleibt. Großer Jubel seitens der Kinder.

„Whats the wheather like today?“

Heute geht es um das Wetter, und mit Bildkarten lernen die Kinder die englischen Worte für sonnig, windig, bewölkt, regnerisch, nebelig, verschneit. Zu jedem Adjektiv gibt es eine Bewegung, so werden die Arme bei sunny in die Luft geworfen, oder bei rainy imitieren die Finger den fallenden Regen. Zu Musik tanzen die Kinder anschließend durch den Raum, wenn die Musik stoppt, bleiben alle mucksmäuschenstill stehen, schauen, welche Karte Jean Ochs hochhält und antworten gemeinsam auf ihre Frage je nach Motiv mit „It’s sunny!“ oder „It’s rainy!“

Trotz des klaren Konzepts und der Struktur findet Jean Ochs immer wieder Zeit, auf die individuellen Äußerungen und Beobachtungen der Kinder einzugehen. So läutet die Katze auf dem Bild mit dem Schneemann eine kurze Gesprächsrunde über Haustiere ein oder inspirieren die englischen Schriftzüge auf den Pullis einiger Mädchen Jean Ochs zu einer Runde Vorlesen der etwas anderen Art. Dass Jean Ochs ausschließlich Englisch spricht und die Kinder unbefangen Deutsch mit ihr kommunizieren, ist Teil des bewährten Konzepts.

Englisch für alle Kinder

Im ersten Halbjahr nehmen alle Kindergarten- und Schulkinder ab vier Jahren aus dem Kindergarten an dem Kleingruppenangebot teil und es gibt insgesamt sechs Gruppen. Die Dreijährigen, die jetzt erst im Kindergarten angefangen haben, werden ab dem Frühjahr die Möglichkeit haben, an dem Angebot teilzunehmen.

Kontakt zu allen Kindern

Jean Ochs ist sich sicher: „Die festen Gruppen sind eine hervorragende Ergänzung zum individuelleren Angebot am Vormittag. Manche Kinder, die vielleicht ein wenig scheuer sind, suchen vormittags nicht so den Kontakt zu mir. Nun kennen sie mich aus den Kleingruppen, und kommen jetzt auch am Morgen auf mich zu. Dass sie mich dann mit ‚Good Afternoon Mrs Ochs’ begrüßen wird sich mit der Zeit sicher geben.“ schmunzelt sie.

Logbuch -13-
Nach einem Jahr und zwei Monaten
English TimeEin verregneter Dienstagnachmittag im November: Justin, Leo und Robin flitzen in den Raum der Stille im oberen Stockwerk der Kita, schnappen sich ein Kissen und schauen zusammen mit Mrs Ochs, wer heute da ist – (who is here today?) und wer nicht. Cedric ist krank, he is ill and Leonie is already at home- sie ist schon zuhause.

Thema: Schule

Heute geht es um Schule – school in England, besonders für die Schulkinder ein spannendes Thema! Ein großer Unterschied zwischen Deutschland und England ist die Schuluniform. Mrs Ochs zeigt Fotos von Schulkindern in Uniform, anschließend wird eine kurze Videosequenz aus einem Film über einen typischen Schultag an einer englischen Schule angeschaut.

Kurze Hosen im WinterDann packt Jean Ochs eine echte Schuluniform aus: Graues Kittelkleid (pinafore dress), weiße Bluse (white shirt), Krawatte (tie) – auch für die Mädchen, (also for the girls) sowie school blazer und Hut -school hat. Die grauen shorts, die die Jungen tragen, faszinieren die Kinder besonders – sie werden nämlich das ganze Jahr über getragen – auch im Winter. Jean Ochs hat Fotos aus ihrer eigenen Schulzeit dabei, zeigt ihnen die Unterschiede zwischen Sommer und Winteruniform und erklärt, dass erst die älteren Jungen lange Hosen tragen dürfen. Zu sehen ist dies auf einem Foto ihres 15 jährigen Neffen.ZwischenbilanzDie festen regelmäßigen Englischzeiten sind bei den Kindern beliebt, sie freuen sich darauf, man merkt ihnen aber auch an, dass sie gegen Ende der 45 Minuten ein bisschen erschöpft sind. Da die Kinder wissen, dass Mrs Ochs sie genau versteht, wenn sie sie auf Deutsch ansprechen, kommt es nur sehr selten vor, dass ein Kind von sich aus Englisch spricht. In den Kursen werden zwar Floskeln und Antwortsätze geübt, aber im Alltag in den Gruppen sprechen die Kinder von sich aus so gut wie nie Englisch. Im Team haben sich Mrs Ochs und ihre Kolleginnen überlegt, die Kinder, die von Beginn des Projekts an in der Gruppe sind, nun manchmal zu ermuntern doch ruhig zu versuchen, mit Mrs Ochs auf Englisch zu sprechen.

Fragebogen

Die Eltern wurden gebeten einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Die ersten Rückmeldungen sind eine schöne Bestätigung für Jean Ochs und das Projekt.

Ein paar Zitate:

„Das Projekt ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung für die Kita.“

„ Der Ausdruck upsadasisy wurde in unseren Familienwortschatz aufgenommen.“

„ Das war das Beste, was uns passieren konnte, umsonst, spielerisch mit Liebe vermitteltes Englisch lernen.“

 

Logbuch -14-

Nach einem Jahr und vier MonatenAdventszeitDer Duft nach frisch gebackenen Plätzchen durchzieht die Kita am Diezelweg an diesem Vormittag im Dezember. Zum Abschluss eines gemeinsamen Backvormittags sitzen die Kinder mit ihrer Erzieherin Frau Küpper im Sitzkreis und singen Hallelujah, praise ye the Lord- ein Lied, dass seit dem Erntedankfest fest zum Repertoire gehört und von den Kindern an diesem Tag gewünscht wurde, auch wenn Jean Ochs zu diesem Zeitpunkt gar nicht mit im Kreis sitzt.
The little Drummer BoyZur gemeinsamen Weihnachtsfeier der Kita mit allen Eltern haben Jean Ochs und ihre Kollegin Silke Günther das Singspiel Little Drummer Boy eingeübt. Gemeinsam sitzt die Gruppe im Kreis, in der Mitte steht eine Krippe mit Stroh und Babypuppe. Gemeinsam singen Alle die Strophen. Auf den Oberschenkel klatschen sie den Rhythmus mit. Nach jeder Strophe kommt eine andere Gruppe von Kindern zur Krippe in der Mitte und überbringt symbolische Geschenke: Von Gesten begleitet sagen sie zusammen: „Our gift for Jesus is time“ oder „Our gift for Jesus is love“ – (Unser Geschenk für Jesus ist Zeit oder Unser Geschenk für Jesus ist Liebe) . Auch Stille silence und Freundschaftfriendship werden überbracht.
In der Vorbereitung haben Silke Günther und Jean Ochs den Liedtext vom kleinen Trommler, der außer seinem Trommelspiel kein Geschenk für Jesus hat, den Kindern erklärt und übersetzt. Jean Ochs auf Englisch und Silke Günther auf Deutsch. Die Kinder haben die Geschenke für Jesus selbst vorgeschlagen, nachdem sie sich etwas überlegen sollten, was man nicht kaufen kann.
Wunderbare deutsch-englische Zusammenarbeit„Bei diesem Projekt, was wirklich ganz toll geklappt hat und bei dem die Kinder sehr schnell sehr gut mitgemacht haben, hat sich noch einmal bestätigt, wie wichtig es ist, dass meine Kollegin gut Englisch und ich gut Deutsch kann. Nur so konnten wir uns gegenseitig sprachlich unterstützen. Diese Zusammenarbeit war eine wunderbare Erfahrung,“ freut sich Jean Ochs.Christmas in Great-BritainUnd wer jetzt Lust hat, mehr über englische Weihnachtstraditionen zu erfahren, der sollte folgende Seiten im Netz besuchen. Wie läuft zum Beispiel Weihnachten in einer englischen Familie ab? Unter http://www.kico4u.de/english/gbinfo/christmas.htm wird es Ihnen verraten – in englischer Sprache. Ebenfalls auf Englisch die Seite http://www.worldofchristmas.net/christmas-world/great-britain.html – Geschichten, Texte und noch vieles mehr rund ums britische Weihnachtsfest. Und wer sich an einem traditionellen englisch-kulinarischen Festtagsgericht versuchen will, der ist auf http://www.kochatelier.de/Adventskalender/plumpudding.htm richtig. Dort findet sich ein Rezept für Plumpudding.Für dieses Jahr ist es allerdings schon zu spät für solche englische Köstlichkeiten; denn damit ein Plumpudding auch wirklich schmeckt, sollte mit seiner Vorbereitung schon am 1. Advent begonnen werden. Und außerdem ist er auch nichts für zarte Kindermägen, da er traditionell mit Alkohol zubereitet wird.
Merry Christmas and a Happy New Year!

Logbuch -15-
Nach knapp anderthalb Jahren
Im Chemielabor – In the Chemistry labDie Kita hat ein komplett ausgestattetes Versuchslabor von der Jugendeinrichtung Kreta aus Krefeld ausgeliehen. So wird ein Nebenraum zum Chemielabor: Acht Arbeitsplätze mit Unterlagen, Reagenzglasständern, Bechern und Pipetten. Zwei große Regale an der Wand beherbergen ein gut sortiertes buntes Sammelsurium von Zutaten in Gläsern – in einem sind lange Nägel, im nächsten Blumentopfscherben, eines ist gefüllt mit gelben Krepppapierschnipseln, es gibt Gummibärchen, Luftballons, Büroklammern oder Kerzenreste. Im obersten Regalbrett stehen kleinere Gebinde mit Kupfersulfat, Natron oder Zitronensäure.
Farbe auf FilterpapierNeun verschiedene anschauliche Versuche können hier gemeinsam durchgeführt werden. An diesem Vormittag haben die Erzieherin Rita Zazzi und Jean Ochs eine Gruppe von Vorschulkindern mit ins Labor genommen und machen den Versuch Farbverlauf auf Filterpapier.Alle tragen weiße Kittel und sind mit großem Spaß und Konzentration bei der Sache. Rita Zazzi erklärt den Kindern Schritt für Schritt den Ablauf, – dass sie mit einem Filzstift einen münzgroßen Punkt in die Mitte eines runden oder eckigen Stückes Filterpapiers malen sollen, anschließend einige Tropfen Wasser darauf träufeln und schließlich den Verlauf beobachten sollen.
Vom Reagenzglas zum test tube
Alle Arbeitsschritte werden erst von ihr auf Deutsch und dann von Jean Ochs auf Englisch erklärt. Nicht nur bei der Auswahl der Filzstiftfarbe zeigt sich wieder einmal, wie vertraut die Kinder bereits mit dem Englischen sind. Auch wenn es um einzelne Beobachtungen und Fragen geht, wenden sich die Kinder genauso selbstverständlich an Frau Ochs wie an Frau Zazzi. So lernen die Kinder für sie neue Worte wie Reagenzglas (test tube) oder Pipette (pipette) direkt in beiden Sprachen.
Glitzernde Feuersterne – sparklersAuch beim zweiten Versuch- den glitzernden Feuersternen (sparklers) sind die Kinder buchstäblich Feuer und Flamme. Sie feilen eifrig Eisenspäne von einem langen Nagel, andere haben es mit der Erstellung von Tonpulver etwas leichter. Im abgedunkelten Labor wird das jeweilige Pulver vorsichtig von den Kindern mit einem Strohhalm in eine Kerzenflamme gepustet – und alle freuen sich über die Feuersterne, die beim Verbrennen der Eisenspäne in der Kerzenflamme entstehen.Dass Kerze candle, Strohhalm straw und Funken sparkle heißt, vermittelt sich den Kindern nahezu wie von selbst – auch, weil sie voller Konzentration bei der Sache sind.Course Time on Mondays

Bei den Kleingruppen am Montag Nachmittag steht ein Wechsel an: Nachdem im letzten halben Jahr die Vorschulkinder der Einrichtung in den Genuss der extra intensiven English time mit Jean Ochs gekommen sind, werden ab Anfang Februar die jüngeren Kinder, die seit Sommer die Kita besuchen, daran teilnehmen können.

Angelo Starchild Englisch

Passend zum Ausklang des Winters und den milden Temperaturen im Rheinland, die die Schneeglöckchen blühen und Tulpenspitzen aus der Erde schauen lassen, war das Thema der vorletzten Stunde flowers, – wie die Blumenzwiebel (bulb) in der Erde wächst, vom Regen (rain) begossen wird und dank der Sonne (sunshine) beginnt zu wachsen und zu blühen. Jean Ochs arbeitet dazu nicht nur mit den anschaulichen und liebevoll illustrierten Büchern von www.starchildenglish.de, sondern bringt auch Blumenzwiebeln, ein braunes Tuch, welches die Erde zeigt und eine kleine Plastiksonne mit. Die cress seeds (Kressesamen), die sie mit den Kindern anschließend in kleine Töpfchen pflanzt, werden nun jeden Tag vorsichtig gewässert.

Zum Abschied dieser ersten Staffel wird Jean Ochs mit den Kindern übrigens ein Picknick veranstalten. Dass das Wetter dabei für eine „echte“ Britin keine Rolle spielt, vermittelt sie den Kindern anhand eines Fotos aus ihrer Kinderzeit:

Logbuch -16-
Baked beans and more„Mmh, hier riechts aber gut!“ Als Nils mit den Hausaufgaben fertig ist und an diesem Nachmittag zur English Time mit Jean Ochs und den anderen Erst- und Zweitklässlern kommt, durchzieht bereits ein wohliger Duft das Obergeschoss der Kita.Full English breakfast steht heute auf dem Programm und auf dem Herd – in vier verschiedenen Töpfen und Pfannen brutzelt Speck, braten Würstchen, stockt Rührei und dampfen baked beans.
Die Wartezeit auf den Nachmittagsschmaus verkürzen Jean Ochs und die Kinder, in dem sie zur Melodie von Bruder Jakob einige der Zutaten für ein englisches Frühstück besingen.
Englisches KüchenliedEggs and bacon, eggs and bacon,
scrambled eggs, scrambled eggs,
sausage and tomato, sausage and tomato
beans on toast, beans on toast.
„Ich habe die Tür hinter uns zugemacht und Deutsch gesprochen. Den Kindern blieb erst einmal der Mund offen stehen- die waren völlig überrascht und perplex, und nach kurzer Zeit haben sie mich mit Fragen bestürmt- wo wohnst du, hast du Kinder, lebst du in England, etc.? Und dann hatten sie die schönsten Ideen für gemeinsame Projekte für unsere Stunde, von der Schatzsuche bis zum Picknick. Ich habe mir Zeit genommen auf Deutsch alle ihre Fragen zu beantworten, und spreche seitdem weiterhin ausschließlich Englisch. Für die Schulkinder war es offensichtlich ganz wichtig, am eigenen Leib zu erfahren, dass ich sie wirklich verstehe. Seitdem ist das Verhältnis ein ganz anderes- viel persönlicher!“
Die Kinder sind sich nach dem nachmittäglichen Frühstück jedenfalls einig- es war delicious- und full (satt) sind sie nun auch. Kein Wunder- haben sie doch die Würstchen ratzeputze aufgegessen. Zumindest einige haben sogar noch Gefallen an baked beans gefunden.
Logbuch -17-The English GardenWatch this space …Vor einigen Wochen hat Jean Ochs gemeinsam mit einigen Eltern ein kleines Beet vor der Kita abgetrennt und dort wird nun gegärtnert – auf Englisch.
Dann schauen sie nach ihrem Modell-Komposthaufen – compost heap im großen Goldfischglas. Hier haben sie Möhren, Blätter, Äste, Apfelkitsche und kleine Äste hinein gegeben und die eingesetzten Wütrmer – worms haben mittlerweile einen gehörigen Appetit entwickelt und den Kompostierungsprozess in Gang gesetzt.
Ohrenkneifer-Appartements- A home for the earwigs!Ohrenkneifer sind nützlich! Sie mögen nämlich Blattläuse und deshalb baut Jean Ochs zusammen mit den Kindern einige Fallen – earwig traps aus einem Tonblumentopf. Sie füllen die Blumentöpfe mit Stroh und verkeilen es mit einem Stöckchen. Dann werden die Fallen einige Tage am Rand eines Beetes aufgestellt, damit die Ohrenkneifer sich ihre Nester darin bauen können. Nach erfolgreicher Besiedelung hängt man die Appartements in die Büsche und Bäume nahe des Beetes, und dann können die Tierchen sich an den Blattläusen gütlich tun.
 Logbuch -18-
„Bilinguale Familie“Interview mit Jean Ochs zum Fachtag „ Mehrsprachigkeit, Wege zur mehrsprachigen Krippe, Kita und Schule“ am 30. Mai 2008 in Hamburg. Der Tag wurde (wie bereits im Jahr 2007) organisiert vom FMKS e.V., vom AWO Landesverband Hamburg und der AWO Schleswig-Holstein gGmbH.Wie haben Sie diesen Tag erlebt? 

Vormittags gab es Vorträge. Zum Beispiel hat Professor Wode noch einmal sehr eindrucksvoll und emotional für die Immersion im Verbund von Kita und Grundschule plädiert, gerade auch vor dem Hintergrund der EU-Forderung, dass jedes Kind nach Beendigung seiner Schulzeit seine Muttersprache und zwei weitere Fremdsprachen fließend sprechen sollte. Hochinteressant fand ich auch die Ausführungen der Neurowissenschaftlerin Dr. Tanja Rinker. Beim Nachmittagsworkshop hatte ich mich für „Aus der Praxis einer deutsch-englischen Kita“ angemeldet“ bei Angela Löffler von Kinderwelt Hamburg e.V., eine ganz inspirierende Begegnung!

Welche Impulse nehmen Sie mit für Ihre tägliche Arbeit? Manchmal ist es schon schwierig als einzige muttersprachliche Ergänzungskraft in einer großen Kita. Je nachdem was anliegt und wo gerade die Schwerpunkte in der allgemeinen Arbeit liegen – zum Beispiel sind die Kitas in NRW zur Zeit sehr mit der Umsetzung des neuen Kindergartengsetzes (KiBiz) beschäftigt -, ist es manchmal schwierig, immer wieder sich selbst und andere neu zu motivieren und für das Bilinguale zu begeistern. Und wenn man dann über zweihundert Gleichgesinnte aus ganz Deutschland auf einem Fachtag trifft und den ganzen Tag geht es darum, wie man die Arbeit besser gestalten kann, dann tut das einfach sehr gut! Ich fühlte mich tatsächlich ein bisschen wie in meiner bilingualen Familie.
Worum dreht sich momentan die Diskussion beim Thema „Frühe Mehrsprachigkeit“? Ein großes Problem zur Zeit ist es muttersprachliche Kräfte mit der geeigneten Qualifikation zu finden. Gerade im Kitabereich kommt es aber darauf an, Muttersprachler zu beschäftigen. Und da gibt es eine ganze Reihe Institutionen, die sich auf den Weg machen und Leute suchen und über die verschiedensten Modelle einstellen, um erst einmal zu beginnen. Die Muttersprachler haben oft – wie ich selbst auch- keine Ausbildung zur Erzieherin oder die entsprechende Ausbildung wird nicht anerkannt. Obwohl Muttersprachler wie ich oft über jahrelange Berufserfahrung verfügen, gibt es keine Möglichkeit, eine berufsbegleitende verkürzte Qualifikation zu erlangen. Das ist für uns und die Kitas, die mit uns zusammen arbeiten, sehr mühsam. Hier wäre tatsächlich die Politik gefragt, das können die einzelnen Kitas nicht allein lösen. Und ich hatte so das Gefühl, dass im Gegensatz zum vorigen Mal, wo es noch ganz klar darum ging, einen Weg zu finden Muttersprachler einzustellen, nun bereits eher verstärkt nach deutschen Erzieherinnen gesucht wird, die einige Zeit im Ausland gelebt haben und sehr gut z.B. Englisch sprechen.
Keine guten Perspektiven für Muttersprachler? Wir Muttersprachler haben momentan tatsächlich den Eindruck, dass man uns zwar theoretisch sehr gern einsetzen würde – zumindest ist es das was alle wissenschaftlich begleiteten Kitaprojekte zeigen -, dass man es uns von Seiten des Gesetzgebers (zumindest in NRW) aber gleichzeitig immer schwerer macht, tatsächlich in der Kita zu arbeiten.Wie lautet Ihr Fazit nach dem Fachtag? Eine ganz wichtige wunderbare Möglichkeit sich auszutauschen und fachlich zu vernetzen. Ein Motivationskick!
Stand: 10. Juni 2008Das Interview mit Jean Ochs führte Elisabeth Herles für die Gingko-Foundation
Logbuch 19Sponsoren gesucht!Die Sommerferien stehen vor der Tür und Jean Ochs ist bereits fast zwei Jahre im Kindergarten am Diezelweg. Zwei Drittel des dreijährigen Projekts vorbei. Wie kann es weitergehen mit dem Englischen im Diezelweg? Dass es weitergehen und dass Frau Ochs am liebsten in der Kita bleiben soll, steht für die Leitung, den Träger, die Kollegen und Eltern außer Frage.

Wie das konkret aussehen kann, ist Gegenstand verschiedener Besprechungen. Eine Idee: Sponsoren sollen gesucht werden, die die Kosten für die Stelle von Frau Ochs übernehmen könnten.

Gemeinsam geht es besserArbeiten im Verbund: Die Direktorin der nächstgelegenen Grundschule ist interessiert daran, an die bilinguale Arbeit in der Kita anzuknüpfen – nicht nur, weil ab dem nächsten Schuljahr in Nordrheinwestfalen Englisch ab der ersten Klasse im Lehrplan steht. Auch hier gibt es mittlerweile intensive gemeinsame Überlegungen, wie man dieses institutionsübergreifende bilinguale Projekt voranbringen kann.Neues Modell in der KitaJean Ochs arbeitet nun je einen Vormittag in einer der Gruppen. So haben alle Kinder in der Einrichtung regelmäßig Kontakt zu ihr und damit zur englischen Sprache. Die Nachmittagsprojekte in Kleingruppen (siehe Logbuch no 12) laufen erfolgreich weiter und Mittwoch Nachmittag und Donnerstag Vormittag bleibt Zeit für andere Projekte wie Musik und Garten.
Ohrenkneifer-Fallen sind ein Erfolgsmodell!Apropros Garten: die Ohrenkneifer-Fallen (earwig traps) aus Logbuch no 18 haben übrigens funktioniert – jetzt hängen die luftigen Appartements der emsigen Läusevertilger in den Büschen rund um den English Garden. Die eingesäten Pflanzen können so ungestört wachsen und gedeihen.
Logbuch -20-Elternfeedback: Bilinguale Arbeit kommt anWie finden die Eltern das bilinguale Projekt am Diezelweg? Merken sie zu Hause etwas vom sprachlichen Input, den ihre Kinder in der Kita bekommen? Die Gingko-Foundation hat nachgefragt.Mutter von Caroline (5 Jahre alt)

„Mein Eindruck ist super. In den ersten Monaten hat sie permanent davon gesprochen und total viel gelernt. Sie kam jeden Tag mit einem neuen Wort nach Hause. In letzter Zeit erzählt sie weniger davon. Anfangs war ich gegen das Projekt, ich war der Meinung, die Kinder sollten erstmal richtig Deutsch lernen. Aber das hat sich schnell geändert. Jetzt merke ich, wie gut es meiner Tochter damit geht. Und meinem Eindruck nach hat es auch keine schlechten Auswirkungen auf ihr Deutsch, eher im Gegenteil.“

Vater von Annu (kommt im August in die Schule)

„Ich finde das Projekt sehr wichtig und sehr richtig. Wenn man sie danach fragt, kennt meine Tochter von vielen Wörtern die englische Bedeutung. Und ich habe den Eindruck, dass sie mit dem Projekt sehr gut klar kommt. Ich spreche selbst beruflich viel Englisch und finde es hervorragend, wie die Sprache den Kindern vermittelt wird, dass es alltäglich und spielerisch geschieht. Und jetzt haben wir ja das Glück, dass Englisch ab dem 2. Halbjahr in der ersten Klasse unterrichtet wird. Ich bin hellauf begeistert und sehr zufrieden damit, wie es läuft“.

„Beide Kinder sind begeistert. Sie kommen zum Beispiel nach Hause und fragen nach englischen Worten oder sagen auch schon mal von sich aus Sachen wie ´butterfly heißt Schmetterling´. Ich finde es toll, dass die Sprache im alltäglichen Tagesablauf quasi wie nebenbei vermittelt wird, anders als in einem Kurs. Ich hab mich sehr gefreut, dass das im Kindergarten angeboten wird.“Mutter von Tabea (kommt im August in die Schule)„Wenn ich meine Tochter nach dem Englischen frage oder auch nach der Bedeutung einzelner Worte, dann merkt man, dass sie eine ganze Menge kann. Anfangs hat sie viel davon erzählt, in letzter Zeit eher weniger. Ich halte sehr viel davon, wenn frühe Fremdsprachenvermittlung so passiert wie in diesem Projekt, und ich mein Kind nicht nachmittags zu irgendeinem Kurs fahren muss, wo es dann zwei Stunden Englisch spricht. So ist sie halt im Kindergarten, und eine Kraft rennt da rum und spricht Englisch, das ist viel natürlicher. Und Mrs Ochs macht das offenbar hervorragend.“
Logbuch -21-Elterncafe und MusikprojektWhat’s the wheather like today? – SpielenachmittagPersönlich erleben konnten die Eltern Frau Ochs im Umgang mit den Kindern an einem Spielenachmittag im Oktober. Im Rahmen von regelmäßigen Elterncafés wurden diesmal Gesellschaftsspiele ausgepackt und mit den Kindern gespielt. Sieben Mütter waren gekommen und verteilten sich mit ihren Kindern auf zwei Gruppen.Frau Ochs spielte mit einer Gruppe zum BeispielWhats the wheather like today? – (Wie ist das Wetter heute?), ein Brettspiel, bei dem mit einem Zeiger die entsprechenden Symbole für sunny – sonnig,cloudy – bewölkt oder rainy – regnerisch eingestellt werden. Für einige Kinder gar kein Problem mehr, sich bei diesem für sie bekannten Spiel auf Englisch auszudrücken.

Auch das allseits beliebte Animal Snap – (siehe Logbuch Nr. 9) wurde an diesem Nachmittag immer wieder gern gespielt.

Ein sprechendes und klingendes Beispiel für die Möglichkeit, das Englische spielerisch in den Alltag der Kita einfließen zu lassen, läßt sich an einem Donnerstag Vormittag im Bewegungsraum der Kita beobachten. Die Musikpädagogin Frau Skopp und Jean Ochs ergänzen sich hervorragend. Ähnlich wie schon im Chemielabor (Logbuch Nr. 15) spielen sie sich sprachlich die Bälle zu, in dem Jean Ochs immer wieder einzelne Worte oder auch Sätze auf Englisch aufgreift und für die Kinder wiederholt.Twinkle twinkle little StarZu Beginn singen die Kinder nicht nur das bekannte englische KinderliedTwinkle twinkle little star mit Hingabe, auch der Brother John – (Bruder Jakob) wird besungen – und das schon erstaunlich textsicher.