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Engagiert für die Zweisprachigkeit Bonner Kita und Grundschule bieten deutsch-spanische Erziehung und Bildung
Buenos dias! In einem freundlichen Neubau in Bonn Plittersdorf öffnete vor zwei Jahren
die Kita carrusel ihre Türen. Die erste spanisch-deutsche Kindertagesstätte
in Bonn ist in Trägerschaft einer Elterninitiative. Bei der Betreuung
der 38 Kinder zwischen 1 und 6 Jahren - ganztägig in zwei Gruppen – wird
das Prinzip der Immersion (Sprachbad) konsequent umgesetzt. Mit großem
persönlichen Engagement hat Solveig Rose beharrlich zusammen mit ihren
MitstreiterInnen aus dem Verein
mehr sprache e.V.
und später dann
carrusel e.V. diese Kindertagesstätte
aufgebaut. Solveig Rose zu den Anfängen: Aufbau bilingualer Kindergarten Die erste Spielgruppe startete im September 2002. Es wurde schnell klar, eine
Spielgruppe mit 90 Minuten pro Woche ist zuwenig. Daher war unser nächstes
Ziel, ein zweisprachiges Konzept in einer Kindertagesstätte zu verwirklichen.
Bei einem Gespräch mit dem Bonner Jugendamt loteten wir die Möglichkeiten
für einen zweisprachigen Kindergarten aus. Noch im Jahr 2002 gründeten
wir den Verein carrusel e.V., denn nur als Elterninitiative konnten wir in
einer eigenen Kindertagesstätte unser zweisprachiges Konzept in deutsch
und spanisch umsetzen. Prinzipiell stand die Stadt diesem Konzept offen gegenüber,
aber die konkrete Umsetzung war eine ziemliche Herausforderung und brauchte
mehr Zeit, als wir anfangs dachten. Das war auch der Grund, warum wir parallel
zum Spatenstich der Kita einen Bürgerantrag stellten, der die Einrichtung
einer deutsch-spanischen Grundschulklasse in Bonn vorsah. Genügend Potential
für die bilinguale Klasse gibt es in Bonn, denn neben der guten Resonanz
auf carrusel wird auch der Muttersprachliche Unterricht sehr gut besucht. Wie
bei der Kita so auch bei der Einrichtung einer bilingualen Klasse signalisierte
die Stadt immer, dass sie diesen Ideen offen gegenübersteht, aber konkret
gab es eine Menge Probleme zu lösen, was nicht immer ganz einfach war.
Für die Kita haben wir zuerst einen zentralen Standort gesucht, den Eltern
aus allen Stadtteilen gut erreichen können. Das klappte leider nicht,
weil die Stadt im Zentrum von Bonn schon ausreichend Kindergartenplätze
hatte. Sie konnten uns nur Plittersdorf anbieten, was wir dann auch zähneknirschend
zusagten, weil sonst die Idee kaputtgegangen wäre. Nachdem Verwaltung
und Politik sich einig waren, erfolgte im Februar 2004 der notwendige Ratsbeschluss,
im September der erste Spatenstich und schon am 1. April 2005 konnten wir den
Kindergarten eröffnen, das war kein Aprilscherz, sondern Wirklichkeit.
In der Kita Carrusel arbeiten Erzieherinnen, deren Muttersprache spanisch und Erzieherinnen, deren Muttersprache deutsch ist. Ziel ist, dass die Kinder, die zuhause nur spanisch sprechen, hier deutsch lernen, und deutsch- und mehrsprachig aufgewachsene Kinder hier spanisch lernen. Und natürlich auch, dass die Vielzahl der Kinder, die mit beiden Sprachen aufwachsen, diese auch in der Kita sprechen und weiter entwickeln. Fortführung der bilingualen Erziehung in einer Grundschule Für Solveig Rose war schnell klar, dass ihr Engagement mit der Eröffnung der Kita noch nicht erschöpft war. In zahlreichen Gesprächen mit dem Schulamt, Politikern, verschiedenen Schulleitungen und etlichen anderen Stellen fanden sie und ihre Mitstreiterinnen schließlich in der Stiftsschule in Bonn eine zentral gelegene Grundschule, bei der Rektorin und Lehrerkollegium geschlossen hinter dem Projekt standen, und wo im August 2006 die erste bilinguale Klasse startete. Der Unterricht wird dort von zwei Lehrerinnen gestaltet: dabei werden 15 Wochenstunden von der deutschsprachigen Klassenlehrerin allein unterrichtet, 5 Wochenstunden unterrichtet die spanische Muttersprachlerin und bei 5 weiteren Wochenstunden sind beide Lehrerinnen in der Klasse, die Kinder der bilingualen Klasse haben also 5 Wochenstunden mehr als die Kinder, die eine reguläre Klasse besuchen. Ohne geht es nicht: Starke Nerven und Durchhaltevermögen Die Monate vor dem ersten Schultag haben allen Beteiligten allerdings einiges an Geduld und Durchhaltevermögen abverlangt. Solveig Rose erinnert sich:
Wie es in Zukunft weitergeht, darüber werden derzeit Verhandlungen geführt. Die Resonanz bisher ist positiv, für das nächste Schuljahr sind rund 30 Kinder für die neue bilinguale Klasse angemeldet. „ Es macht Spaß, etwas in Bewegung zu setzen und weiter zu kommen...“ Fragt man Solveig Rose, warum sie sich so hartnäckig für die bilinguale Erziehung einsetzt, lacht sie verschmitzt und gibt zu, dass sie eine gehörige Portion Idealismus besitzt. Darüber hinaus nennt sie weitere Gründe:
Und noch etwas ist für Solveig Rose ganz wesentlich: |
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Stand: Mai 2007 Elisabeth Herles sprach für die Gingko-Foundation mit Solveig Rose über die spanisch-deutsche Kita und Grundschule in Bonn-Plittersdorf. [Download: Deutsch-spanische Erziehung in Kita und Grundschule ] [Mehr Wissenwertes]
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