Logbuch -1-
Die Vorbereitungen

Der Kindergarten

Im Spätherbst 2005 nahm Nicola Treyde (Beirat Gingko Foundation) Kontakt zu verschiedenen Kindergärten in Düsseldorf auf, um sie für das Projekt zu gewinnen. Wichtig war ihr, bei der Entwicklung eingebunden zu sein, und über eine Finanzierung hinaus die Umsetzung aktiv mitzugestalten.

Mit der evangelischen Kindertagsstätte am Diezelweg 30c in Düsseldorf Unterrath und ihrer Leiterin Ulrike Ohldag wurde schnell eine Institution gefunden, die bereit war, sich auf das Abenteuer Englisch einzulassen. Pfarrer Bodo Kaiser signalisierte von Trägerseite her Engagement und Unterstützung. Die evangelische Kindertagesstätte, die 2005 bereits vom Landessportbund als Bewegungskindergarten ausgezeichnet wurde, möchte mit diesem bilingualen Angebot ihr Profil schärfen.

Informationen sammeln und Netzwerke bilden

Im Frühjahr 2006 fanden verschiedene Treffen zum Ausbau eines Netzwerkes statt, eingebunden wurde auch Ingrid Pickel vom evangelischen Kindergartenbüro Düsseldorf. Von Anfang an sollte Kontakt zu anderen Institutionen hergestellt werden, die ähnliches bereits realisiert haben oder verwirklichen wollen, um Erfahrungen auszutauschen.

Beratung durch BEO e.V.

Mit Dirk Sachsinger, Vorstand des Vereins BEO e.V. (Bilingual Education for our Kids) konnte ein Ansprechpartner für praktische Fragen in der Vorbereitungsphase gewonnen werden.

Wie funktioniert es woanders? Hospitanz in Krefeld

Ulrike Ohldag und eine Erzieherin hospitierten einen Vormittag in einer Kindertagesstätte in Krefeld, wo eine englische Muttersprachlerin arbeitet. Dies erwies sich als hilfreich in der Entscheidungsfindung, wie das Modell für den Diezelweg funktionieren kann.

Die Suche nach der muttersprachlichen Erzieherin

Zentrales Thema im Frühjahr 2006 war die Suche nach der geeigneten muttersprachlichen Erzieherin. Auf die Stellenausschreibungen in regionalen Tageszeitungen und im Internet gab es geringe Resonanz, vier geeignete Bewerberinnen hospitierten in der Kindertagesstätte, damit alle Mitarbeiterinnen sich ein Bild davon machen konnten, ob und wie sie zum Team passt. Darunter war auch Jean Ochs, die seit Jahren Englischkurse in Kindergärten anbietet. Bei ihr stimmte die Chemie.

Es wird konkret

Mit der Zusage von Jean Ochs im Frühsommer 2006 rückte der Beginn des Projekts in greifbare Nähe. Der Start wurde für den 1. September vereinbart, mit Beginn des neuen Kindergartenjahres.

Austausch mit anderen Institutionen

Einig war man sich, dass von Anfang an Kontakt zu anderen Institutionen hergestellt werden soll, die ähnliches bereits realisiert haben oder verwirklichen wollen, um Erfahrungen auszutauschen. Frau Ohldag berichtete von der Kindertagesstätte der Diakonie in Düsseldorf Kaiserswerth, die 2007 ebenfalls mit einem Immersionsprojekt starten möchte. Die Leiterin Gabriele Walden wurde zum Elternabend in der folgenden Woche eingeladen.

Überlegungen im Vorfeld

In Gruppe 1 gibt es ein türkisches Kind, für welches der Besuch der Kita bereits die Verwirklichung des Immersionsgedankens ist- und zwar hinsichtlich der deutschen Sprache. Es wurde diskutiert, ob dieses Kind, das Englisch dann als dritte Sprache kennenlernt, überfordert sein könnte. Dirk Sachsinger erläuterte, dass Kinder mit ähnlichen Voraussetzungen in bisherigen Projekten oft Selbstvertrauen gewinnen konnten.

Informationsabend für die Eltern im Juni 2006

Ende Juni gab es einen Informationsabend für die Eltern. Dirk Sachsinger hielt einen anschaulichen Vortrag über Immersion, Ulrike Ohldag erklärte den Eltern die geplante Umsetzung am Diezelweg, und Jean Ochs stellte sich vor.

Was ist für den Diezelweg geplant?

Jean Ochs arbeitet in Gruppe1, da in dieser Gruppe nach dem Sommer die meisten neuen Kinder aufgenommen werden. Sie ist jeden Vormittag ca. vier Stunden in der Gruppe, außerdem nimmt sie regelmäßig an den Teamsitzungen der Erzieherinnen teil, um in die Arbeitsabläufe der Kita integriert zu sein. Die Kinder aus den anderen Gruppen werden ebenfalls von dem Angebot profitieren, da Jean Ochs auch bei gruppenübergreifenden Aktivitäten wie z.B. Spielen im Außengelände oder beim Waldtag präsent sein wird. Auf diese Weise werden alle Kinder im Diezelweg mehr Kontakt zur englischen Sprache haben, als Kinder, die einen Regelkindergarten besuchen.

Fragen der Eltern

Bei der anschließenden Diskussion wurde gefragt, ob der Kindergartenalltag genau wie vorher weiter läuft, was Frau Ohldag ausdrücklich bejahte. Eine Mutter äußerte die Befürchtung, dass die Kinder, die viel im Freispiel mit sich beschäftigt wären, kaum Kontakt zu Frau Ochs aufnehmen und so auch nicht in Kontakt mit der englischen Sprache kämen. Ulrike Ohldag und Jean Ochs berichteten den Eltern, dass ihrer Erfahrung nach die Kinder grundsätzlich neugierig seien, und dass der abwechslungsreich gegliederte Kindergartenalltag, mit Zeiten für Freispiel und für angeleitete Aktivitäten, zahlreiche Anlässe zur gegenseitigen Kontaktaufnahme biete. Unterstrichen wurde aber auch, dass es sich um ein freiwilliges Angebot handelt, und es nicht darum geht, Unterricht zu verordnen. Es wird sicherlich Kinder geben, die eine stärkere persönliche Beziehung zu Frau Ochs aufbauen, als andere.

Weitere Muttersprachlerinnen für Gruppe 2 und 3?

Einige Eltern äußerten sich sehr überzeugt vom Konzept der Immersion und fragten, ob auch zusätzliche Kräfte für die anderen beiden Gruppen engagiert werden könnten. Da die Stiftung als Pilotprojekt ihr Engagement vorerst auf die Finanzierung einer Stelle für eine Gruppe beschränkt, warb Pfarrer Kaiser um Eigeninitiative und verwies auf die Möglichkeit, Sponsoren zu suchen. Er und Ulrike Ohldag würden eine Ausweitung des Projekts auf die beiden anderen Gruppen begrüßen. Pro weitere Halbtagsstelle belaufen sich die Kosten auf ungefähr €20.000 bis €30.000 im Jahr.

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