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Logbuch 12
Nach einem Jahr
Dass Jean Ochs seit einem Jahr am Diezelweg arbeitet sieht der Besucher. An
den Türen steht nicht mehr nur Kindertoilette oder Zu den Gruppen zwei
und drei, sondern zusätzlich auch Childrens toilets und To groups two
and three. Auch die dem kühlen Spätsommer geschuldete Bitte an die
Eltern Taschentücher mitzubringen ist zweisprachig verfasst: „Dear
parents, we need tissues, please!“ In Gruppe 1, wo Jean Ochs die meiste Zeit verbringt, findet der folgende kleine
Dialog statt: Tarek fragt Mrs Ochs: „Wo ist Tammo?“ |
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© by Oliver Herles. |
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Ausweitung des Projekts Ein Jahr arbeitet Jean Ochs mittlerweile als muttersprachliche Ergänzungskraft in der Kita Diezelweg. Im letzten Jahr hatte sie eine Stelle mit 19,5 Wochenstunden, verteilt auf fünf Vormittage. Seit Anfang August, mit Beginn des neuen Kindergartenjahres ist sie 30 Wochenstunden in der Kita: Montags und Dienstags den ganzen Tag bis 17:00 Uhr und die restliche Woche Vormittags wie gehabt. Nach intensiven Diskussionen hat sich das Team entschlossen, das Englische zu intensivieren, und zusätzlich zum Sprachbad im Alltag den Kindern das Englische in Form von Kleingruppenarbeit anzubieten. Die Erfahrung des letzten halben Jahres hat gezeigt, dass die Kleingruppenarbeit wie beim Pancake Day an den Vormittagen neben anderen Aktionen wie Turnen, Waldtag oder Vorschulkindergruppe nicht regelmäßig stattfinden konnte. Englisch intensiv in der Kleingruppe am Nachmittag Nun wurden feste Gruppen von sechs bis acht Kindern gebildet, die zu einem bestimmten Zeitpunkt mit Jean Ochs zur „English Time“ gehen. Hier geht es eine halbe bis dreiviertel Stunde geballt und kompakt auf „English“ zu. Dank ihrer langjährigen Erfahrung mit Englischkursen für die Alterstufe gelingt es Jean Ochs eine mitreißende, witzige und abwechslungsreiche Zeitspanne zu gestalten, in der die Kinder aktiv mitmachen. Lied Spiel, Bewegung und Spaß Der Methodenmix setzt auf Abwechslung und für die Kinder vertraute Elemente, die in jeder Woche wiederkehren, beispielsweise das gemeinsame Ausbreiten der storymat, einem Tuch auf dem sich alle zum Bilderbuchvorlesen niederlassen. Immer wieder werden die Kinder zum Sprechen aufgefordert, zum Beispiel durch Angelo, eine Handpuppe, mit der Jean Ochs gekonnt humorvolle Zwiegespräche führt, da er sich die Namen der Kinder partout nicht merken kann „What’s your name, please?“ fragt er immer wieder und stellt dann merkwürdige Vermutungen an. Das „My name is Amelie“ von dem angesprochenen Mädchen kommt wie aus der Pistole geschossen. Komödiantische Einlage Die Kinder lachen sich kringelig, als Jean Ochs die Puppe Laureen bittet, sich hinzusetzen, während sie etwas aus ihrem Korb holen möchte. Die Puppe fällt immer wieder auf den Rücken, und Jean Ochs tut empört: „No, you sit down, and I’ll get something out of my basket“. Laureen braucht einige Anläufe, bis sie sitzen bleibt. Großer Jubel seitens der Kinder. „Whats the wheather like today?“ Heute geht es um das Wetter, und mit Bildkarten lernen die Kinder die englischen Worte für sonnig, windig, bewölkt, regnerisch, nebelig, verschneit. Zu jedem Adjektiv gibt es eine Bewegung, so werden die Arme bei sunny in die Luft geworfen, oder bei rainy imitieren die Finger den fallenden Regen. Zu Musik tanzen die Kinder anschließend durch den Raum, wenn die Musik stoppt, bleiben alle mucksmäuschenstill stehen, schauen, welche Karte Jean Ochs hochhält und antworten gemeinsam auf ihre Frage je nach Motiv mit „It’s sunny!“ oder „It’s rainy!“ Trotz des klaren Konzepts und der Struktur findet Jean Ochs immer wieder Zeit, auf die individuellen Äußerungen und Beobachtungen der Kinder einzugehen. So läutet die Katze auf dem Bild mit dem Schneemann eine kurze Gesprächsrunde über Haustiere ein oder inspirieren die englischen Schriftzüge auf den Pullis einiger Mädchen Jean Ochs zu einer Runde Vorlesen der etwas anderen Art. Dass Jean Ochs ausschließlich Englisch spricht und die Kinder unbefangen Deutsch mit ihr kommunizieren, ist Teil des bewährten Konzepts. Englisch für alle Kinder Im ersten Halbjahr nehmen alle Kindergarten- und Schulkinder ab vier Jahren aus dem Kindergarten an dem Kleingruppenangebot teil und es gibt insgesamt sechs Gruppen. Die Dreijährigen, die jetzt erst im Kindergarten angefangen haben, werden ab dem Frühjahr die Möglichkeit haben, an dem Angebot teilzunehmen. Kontakt zu allen Kindern Jean Ochs ist sich sicher: „Die festen Gruppen sind eine hervorragende Ergänzung zum individuelleren Angebot am Vormittag. Manche Kinder, die vielleicht ein wenig scheuer sind, suchen vormittags nicht so den Kontakt zu mir. Nun kennen sie mich aus den Kleingruppen, und kommen jetzt auch am Morgen auf mich zu. Dass sie mich dann mit ‚Good Afternoon Mrs Ochs’ begrüßen wird sich mit der Zeit sicher geben.“ schmunzelt sie. [Zurück zu Logbuch -11-] [Weiter zu Logbuch -13-] [Zurück zur Logbuch-Übersichtseite] |