Logbuch 16
English Breakfast

Baked beans and more

„Mmh, hier riechts aber gut!“ Als Nils mit den Hausaufgaben fertig ist und an diesem Nachmittag zur English Time mit Jean Ochs und den anderen Erst- und Zweitklässlern kommt, durchzieht bereits ein wohliger Duft das Obergeschoss der Kita.

Full English breakfast steht heute auf dem Programm und auf dem Herd – in vier verschiedenen Töpfen und Pfannen brutzelt Speck, braten Würstchen, stockt Rührei und dampfen baked beans.

Achtung, heiß und fettig! © Elisabeth Herles

Diese weißen Bohnen in süßlicher Tomatenssoße gehören in Großbritannien so fest zum Speiseplan wie in Deutschland das Butterbrot. Die Kinder am Diezelweg beäugen den Doseninhalt allerdings vorerst skeptisch und freuen sich eher auf die Würstchen.

Die Wartezeit auf den Nachmittagsschmaus verkürzen Jean Ochs und die Kinder, in dem sie zur Melodie von Bruder Jakob einige der Zutaten für ein englisches Frühstück besingen.

Englisches Küchenlied

Eggs and bacon, eggs and bacon,
scrambled eggs, scrambled eggs,
sausage and tomato, sausage and tomato
beans on toast, beans on toast.

Born to cook: Jean Ochs. © Elisabeth Herles

Im Nebenraum decken die Kinder dann den Tisch mit plates, knives and forks und dann heißt es: Guten Appetit! Bei Tisch fallen schon mal Sätze wie „Ich love bacon!“ oder „ Kann ich have bacon?“, zwei schöne Beispiele dafür, wie unbefangen die Kinder versuchen die englische Sprache anzuwenden.

Durchbruch auf Deutsch

Besonders bei dieser Gruppe, aber auch bei den älteren Schulkindern, die sie anschließend an diesem Nachmittag noch beköstigt, hat Jean Ochs vor kurzem einen regelrechten Durchbruch erlebt. Sie spürte, dass die Kinder zwar gern zu den festen Englisch-Kurszeiten kamen, dass es aber alles in allem nicht so gut lief, wie so eine Stunde ihrer Erfahrung nach laufen kann. Also fasste sie einen spontanen Beschluss, über den sie bis heute sehr froh ist.

„Ich habe die Tür hinter uns zugemacht und Deutsch gesprochen. Den Kindern blieb erst einmal der Mund offen stehen- die waren völlig überrascht und perplex, und nach kurzer Zeit haben sie mich mit Fragen bestürmt- wo wohnst du, hast du Kinder, lebst du in England, etc.? Und dann hatten sie die schönsten Ideen für gemeinsame Projekte für unsere Stunde, von der Schatzsuche bis zum Picknick. Ich habe mir Zeit genommen auf Deutsch alle ihre Fragen zu beantworten, und spreche seitdem weiterhin ausschließlich Englisch. Für die Schulkinder war es offensichtlich ganz wichtig, am eigenen Leib zu erfahren, dass ich sie wirklich verstehe. Seitdem ist das Verhältnis ein ganz anderes- viel persönlicher!“

Good appetite! © Elisabeth Herles

Frühstück ist ein Erfolg

Die Kinder sind sich nach dem nachmittäglichen Frühstück jedenfalls einig- es war delicious- und full (satt) sind sie nun auch. Kein Wunder- haben sie doch die Würstchen ratzeputze aufgegessen. Zumindest einige haben sogar noch Gefallen an baked beans gefunden.

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