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Logbuch 18
„Bilinguale Familie“ Interview mit Jean Ochs zum Fachtag „ Mehrsprachigkeit, Wege zur mehrsprachigen Krippe, Kita und Schule“ am 30. Mai 2008 in Hamburg. Der Tag wurde (wie bereits im Jahr 2007) organisiert vom FMKS e.V., vom AWO Landesverband Hamburg und der AWO Schleswig-Holstein gGmbH. Wie haben Sie diesen Tag erlebt?Vormittags gab es Vorträge. Zum Beispiel hat Professor Wode noch einmal sehr eindrucksvoll und emotional für die Immersion im Verbund von Kita und Grundschule plädiert, gerade auch vor dem Hintergrund der EU-Forderung, dass jedes Kind nach Beendigung seiner Schulzeit seine Muttersprache und zwei weitere Fremdsprachen fließend sprechen sollte. Hochinteressant fand ich auch die Ausführungen der Neurowissenschaftlerin Dr. Tanja Rinker. Beim Nachmittagsworkshop hatte ich mich für „Aus der Praxis einer deutsch-englischen Kita“ angemeldet“ bei Angela Löffler von Kinderwelt Hamburg e.V., eine ganz inspirierende Begegnung! | |
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Welche Impulse nehmen Sie mit für Ihre tägliche Arbeit?
Manchmal ist es schon schwierig als einzige muttersprachliche Ergänzungskraft in einer großen Kita. Je nachdem was anliegt und wo gerade die Schwerpunkte in der allgemeinen Arbeit liegen - zum Beispiel sind die Kitas in NRW zur Zeit sehr mit der Umsetzung des neuen Kindergartengsetzes (KiBiz) beschäftigt -, ist es manchmal schwierig, immer wieder sich selbst und andere neu zu motivieren und für das Bilinguale zu begeistern. Und wenn man dann über zweihundert Gleichgesinnte aus ganz Deutschland auf einem Fachtag trifft und den ganzen Tag geht es darum, wie man die Arbeit besser gestalten kann, dann tut das einfach sehr gut! Ich fühlte mich tatsächlich ein bisschen wie in meiner bilingualen Familie. | |
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Worum dreht sich momentan die Diskussion beim Thema „Frühe Mehrsprachigkeit“?
Ein großes Problem zur Zeit ist es muttersprachliche Kräfte mit der geeigneten Qualifikation zu finden. Gerade im Kitabereich kommt es aber darauf an, Muttersprachler zu beschäftigen. Und da gibt es eine ganze Reihe Institutionen, die sich auf den Weg machen und Leute suchen und über die verschiedensten Modelle einstellen, um erst einmal zu beginnen. Die Muttersprachler haben oft - wie ich selbst auch- keine Ausbildung zur Erzieherin oder die entsprechende Ausbildung wird nicht anerkannt. Obwohl Muttersprachler wie ich oft über jahrelange Berufserfahrung verfügen, gibt es keine Möglichkeit, eine berufsbegleitende verkürzte Qualifikation zu erlangen. Das ist für uns und die Kitas, die mit uns zusammen arbeiten, sehr mühsam. Hier wäre tatsächlich die Politik gefragt, das können die einzelnen Kitas nicht allein lösen. Und ich hatte so das Gefühl, dass im Gegensatz zum vorigen Mal, wo es noch ganz klar darum ging, einen Weg zu finden Muttersprachler einzustellen, nun bereits eher verstärkt nach deutschen Erzieherinnen gesucht wird, die einige Zeit im Ausland gelebt haben und sehr gut z.B. Englisch sprechen. | |
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Keine guten Perspektiven für Muttersprachler?
Wir Muttersprachler haben momentan tatsächlich den Eindruck, dass man uns zwar theoretisch sehr gern einsetzen würde - zumindest ist es das was alle wissenschaftlich begleiteten Kitaprojekte zeigen -, dass man es uns von Seiten des Gesetzgebers (zumindest in NRW) aber gleichzeitig immer schwerer macht, tatsächlich in der Kita zu arbeiten. Wie lautet Ihr Fazit nach dem Fachtag? Eine ganz wichtige wunderbare Möglichkeit sich auszutauschen und fachlich zu vernetzen. Ein Motivationskick! | |
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Stand: 10. Juni 2008 Das Interview mit Jean Ochs führte Elisabeth Herles für die Gingko-Foundation [Zurück zu Logbuch -17-] [Weiter zu Logbuch -19-] [Zurück zur Logbuch-Übersichtsseite] |
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